Berlin ist nicht nur eine oft besungene Hauptstadt. Gemeinsam mit Frankfurt war Berlin auch das Epizentrum des Techno. Diese Musik haben wir Deutschen erfunden, das lassen wir uns nicht nehmen. Nirgends auf der Welt war Techno so populär. Rotterdam vergessen wir kurz, ok?

Während Frankfurt und Berlin sich darüber streiten können, wer zuerst war, können Zahlen nicht lügen. Berlin gewinnt durch Größe: Die größte Technoparty der Welt, die meisten Clubs und die meisten Raver.

Die größte Technoparty der Welt

Die Loveparade war der Inbegriff von Feiern und Tanzen. Laut, bunt und voller Liebe zogen die Wagen mit den berühmtesten DJs durch die Hauptstadt. Ganz vorne Dr. Motte, der Gründer des Spektakels. Die bunte Musikparade hat 1989 als Mottes kleiner Geburtstagsumzug mit 150 Teilnehmern begonnen.

Danach ging es steil aufwärts. Bis zum Höhepunkt 1999 mit 1,5 Millionen feierwütigen Menschen. Das macht Dr. Motte zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten DJs dieser Zeit. Neben Westbam, der vor allem für die Mayday in Düsseldorf, Köln und Berlin bekannt war und natürlich Sven Väth, dem Babba des Techno aus Frankfurt.

Aber auch andere große Namen haben die Loveparade und Mayday geprägt: Marusha, Oliver Koletzki, Paul van Dyk, Thomas P. Heckmann, Ricardo Villalobos und Karotte. Deichkind als berühmtester Liveact nicht zu vergessen.

Die Berliner Techno-Clubs, Legenden der elektronischen Musik

Die Berliner Clubszene war mehr als nur Afterhour für die Loveparade. Der Tresor war schon bei Eröffnung eine Berühmtheit und Clubs wie das Berghain, Watergate, die Wilde Renate oder das KitKat waren legendär.

Die DJs, die in diesen heiligen Hallen spielen durften, wurden allesamt zu Stars. Unter den bekanntesten Resident DJs waren Tanith, Jonzon und Rok. Aber auch Jeff Mills hatte zeitweilig seinen Hauptsitz von Detroit nach Berlin verlegt. Auf den Floors der Berliner Technodiscos wurde neben Techno auch Harthouse, Acidhouse, Drum and Bass und Djungle berühmt.

Heute hat Berlin etwas von seinem Ruf als Technometropole eingebüßt. Die Vielfalt der Clubs mit erstklassigen DJs wird es aber immer geben.